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Spezialfolge : Barkeeping mit Tobias Müller

programmier.bar Season 7 Episode 25

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Wir haben lange genug über Code gesprochen. Heute geht’s um Cocktails und das, was unseren Namen prägt: die Bar! Passend zum 1. April sprechen wir in diesem Deep Dive nicht über Frameworks, AI oder Architektur, sondern gemeinsam mit Tobias Müller über Drinks und Barkultur.

Tobias ist Barkeeper und Chef de Bar in der Jahreszeiten Bar des Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg und gibt uns Einblicke in seinen Arbeitsalltag hinter der Bar. Er erklärt, wie er kreative Drinks entwickelt, Gäst:innen betreut und dabei stets die Atmosphäre im Blick behält.

Dabei wird deutlich, dass dieser Beruf viel mehr mit sich bringt als nur Mixen: Es geht um Community, Kommunikation und das richtige Gespür für den Raum. Tobias vergleicht seinen Job mit anderen Berufsfeldern und zeigt auf, wie entscheidend Erfahrung, Ruhe und Aufmerksamkeit für die Qualität eines Bar-Erlebnisses sind.

Ein zentrales Thema der Folge ist die Entwicklung der Barkultur in Deutschland. Tobias spricht über die Bedeutung von Signature Drinks, die wachsende Beliebtheit alkoholfreier Cocktails und wie man selbst ohne Alkohol ein herausragendes Geschmackserlebnis schaffen kann.

Neben technischen Details zur Cocktailherstellung teilen die Hosts und Tobias persönliche Anekdoten, etwa über Lieblingsdrinks und besondere Erinnerungen, die Geschmack und Emotion verbinden. Abschließend gibt Tobias einen Ausblick auf Trends in der Barwelt für 2026.


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SPEAKER_03

Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge der Programmierbar. Wir haben uns im Team ein bisschen zusammengesetzt und haben überlegt, okay, programmierbar mit den ganzen Entwicklungen, AI, alles was irgendwie da draußen ist, was machen wir mit dem Format? Und ich meine, seit Anfang an, seit was sind es jetzt, sieben Jahre? Sieben Jahre, steckt ja auch irgendwo dieses Bar in unserem Namen, der Programmierbar. Und von daher haben wir uns gedacht, okay, dann kümmern wir uns um den hinteren Teil jetzt einfach mal ein bisschen mehr in Zukunft und sprechen über das Barkeeping und das Barkeeper sein. Mein Name ist Dennis Becker und mit mir hier zusammensitzt Dave, aka David Kuschitzki, aka der Programmierbarkeeper. Kein Torwart, kein Torwart. Der Programmierbar-Keeper. Sehr gut. Und ja, wir haben uns passend zu der ersten Folge in diesem neuen Themenbereich jemanden eingeladen, der besser gar nicht sein könnte. Ich würde sagen, es ist wirklich die beste Wahl. Die beste Wahl. Es gibt keine bessere Wahl, die wir dafür haben. Und zwar reden wir jemanden mit jemandem, der sich auskennt in dem Business. Seit über einem Jahrzehnt schon in einer hochkarätigen Bar unterwegs. Und zwar in der Vier-Jahreszeiten-Bar des Vier-Jahreszeiten-Hotels in Hamburg. Also von höchster Klasse und Güte. Tobias Müller, schön, dass du bei uns bist.

SPEAKER_00

Guten Tag, grüße euch. Vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr.

SPEAKER_03

Gut. Dave, ja, bitte. Und jetzt kann ich die Frage gar nicht stellen. Aber wir machen so weiter jetzt. Wir machen jetzt gerade so weiter. Okay, sehr gut. Alles klar. Dann reden wir heute einfach über das Barkeeping. Nicht nur heute, sondern auch in den nächsten Monaten. Naja, also heute über das Barkeeping, nochmal übers Cocktail-Mixen und so weiter, das sind ja verschiedene Aspekte, die im Barbereich unterwegs sind.

SPEAKER_02

Genau.

SPEAKER_03

Aber heute explizit geht es eben um Barkeeping, das wir so nennen, was vielleicht ja gar nicht in der professionellen Sprache so ist. Von daher, Tobias, was ist für dich, wenn wir über das Barkeeping oder Barkeepen reden? Wie würdest du das mit ein, zwei Sätzen beschreiben? Ist das irgendwie eine Berufsart oder gehört da irgendwie mehr dazu oder weniger dazu? Was ist für dich Barkeepen?

SPEAKER_00

Also das Wort Barkeeping kommt aus dem Angelsächsischen und hier in Deutschland ähnlich wie auch im angelsächsischen Bereich, der Beruf des Barkeepers oder Barkeeperin ist kein klassischer Lehrberuf, sondern es ist ein Beruf, der klar definiert ist in dem, was man macht und tut, aber er wird nicht ausgebildet. Und das heißt also, wenn man als Barkeeperin oder Barkeeper arbeiten möchte, dann fuchs man sich dort hinein und arbeitet sich hinein und arbeitet dann als Barkeeper. Das heißt, man ist Gastgeberin, Gastgeber, man mixt Cocktails, man hat sich aromentechnisch und Geschmacksbereich sehr stark ausgebildet, sich selber oder auch mit Hilfe von erfahrenen Menschen und ja, bereitet Menschen einen schönen Tag oder auch einen schönen Abend in einer Bar. Das ist so das Barkeeping, wir werden ganz kurz zusammengefasst. Sehr gut.

SPEAKER_03

Wir werden sicher in einige der Aspekte heute noch ein bisschen tiefer eintauchen und gucken, was es da alles für Aspekte gibt, die das ein bisschen erhalten. Dave hält sich immer schon für den großen Barkeeper, weil er mit die Ehre hat, hier auf unseren Meetups und auch auf der Programmierkon unserer Konferenz ein bisschen, soll ich sagen, so zu tun. Das wäre ein bisschen übertrieben, ne? Die Rolle des Barkeepers einnimmt hier und den Gästen Drinks mixt.

SPEAKER_02

Drinks und gute Laune. Drinks und gute Laune mixt. Ich finde, da Ding ist, also meine Definition ist, glaube ich, ein bisschen sehr plain. Ich hatte einen Cocktail Shaker in der Hand und dachte mir, ja, jetzt bin ich ein Barkeeper so und eine Schürze. Und eine Schürze. Und da habe ich mir so, okay, ich bin es.

SPEAKER_00

Die erste Grundausstattung hast du ja schon mal mitgebracht. Etwas zum Schütteln und die Schürze, wie auch immer sie zu dir gekommen ist. Und es ist schön, dass du dieses Hobby, dass du das machst. Das ist gut.

SPEAKER_03

Let's go. Sehr gut. Und man muss da auch ehrlich so sein, dass alle professionellen Tipps bis jetzt hast du eigentlich von mir bekommen.

SPEAKER_02

Und ein bisschen selbst angeeignet. Und ich würde sagen auch semi-professionelle Tipps. Wer gibt dir viele Tipps? Du, Semi-Semiprofessor. Ich habe über Semi-standen. Der sagt eigentlich immer nur mehr Alkohol gewesen.

SPEAKER_03

Genau.

SPEAKER_02

Egal wie stark das ist, es soll stärker sein. Da würde mich aber jetzt mal interessieren, also weil ich bin ja einfach so ein bisschen in die Rolle reingerutscht, Tobias. Also mir wurde gesagt, hey, ich habe Interesse dran, so, ach klar, mach das jetzt mal an unseren Meetups hier. Aber vielleicht mal so ein bisschen zu deinem Werdegang. So, wie bist du Barkeeper geworden? Wie ist so der Weg, wenn es auch kein klassischer ist?

SPEAKER_00

Der Arbeitsort Bar ist ganz häufig ein Ort, wo Menschen aus unterschiedlichen Berufsrichtungen kommen, die entweder in einem Hotelfach gelernt haben, also Hotelfachfrau, Hotelkaufmann, mancher vielleicht sogar Koch gelernt und ist dann in die Bar gegangen. Dann aber auch viele Menschen, die ganz andere Berufe gelernt haben. Also in meiner Wenigkeit, ich habe zwei abgebrochene Studiengänge, eine Ausbildung zum Musikalienhändler gemacht und auch in diesem Bereich dann ein wenig gearbeitet, also im Musikgeschäft. Und war selbstständig und hatte als studentische Aussichtskraft während meiner Studienzeit immer wieder in Hotels gearbeitet und auch kontinuierlich in Hotels gearbeitet. Hatte da so meine erste Berührung auch mit den Bars gehabt und dort gestanden und geschüttelt und gemixt und gerührt und auch mal den Blender irgendwie die Taste gedrückt. Und hatte während meiner Selbstständigkeit mit meiner kleinen Konzertdirektion für klassische Musik jemanden kennengelernt, der, was ich damals nicht wusste, sehr etabliert war als Bartender. Und ich musste dann mein Unternehmen schließen und er hat gesagt, komm nach Berlin, wir machen hier eine der neue Bar auf mit dem breitesten Spirituosen Sortiment und den nützlichsten. Und jetzt bringe ich dir wirklich das Mixen bei, vergiss alles, was du vorher irgendwie gemacht und getan hast im Bereich der Bar. Und so habe ich dann da in Berlin den Lebensstern bei einem Einstein mit aufgemacht. Das war Peter Kowalczyk, der mich damals nach Berlin geholt hatte und da war ich im Eröffnungsteam mit Thomas Pflanz zusammen, der in Berlin hatte Jura studiert, war Saxophonist bei Nena, aber Jura war dann doch nichts für ihn. Und er hatte unter anderem dann 15 Jahre lang die Bar am Lütze-Platz geführt. Der eine oder andere kennt die Bar, sie existiert heute noch und er hatte sie damals in den Endneunziger Jahren als Barchef mit aufgemacht und geführt. Und da hatte ich dann also meinen Einstieg in die Bar gehabt und musste ganz viel fleißig lernen. Kriegte so einen Stapel Rezepturen vor die Nase gesetzt und gesagt, da hast du jetzt 14 Tage Zeit für, um diese Rezepturen zu lernen. Und dann ließ ich mal bitte nochmal irgendwie ein in das Thema Spirituosenherstellung. Wie funktioniert das? Was ist das? Klar, durch das eine Stunde hatte ich so ein bisschen chemisches Wurfel gehabt, aber auch durch die Schulbildung natürlich, wie das so für alle unsere gilt. Und habe mich da also reingelesen und die Verfahrensweisen von Herstellung von Destillation oder Destillationsverfahren, Herstellung von Spirituosen. Und dann wurde immer ganz viel probiert. Probieren heißt nicht trinken, sondern da fing dann auch so die sensorische Ausbildung an unter den beiden Herren. Und ja, habe mich da so ein bisschen so dann reingearbeitet, gemacht, gearbeitet und getan. Und war dann in Berlin im Lebenstern bei einem Einstein, bin dann mal kurz in den Rum Trader gewechselt und habe dann meine Sachen gepackt und bin dann nach Schottland gegangen und habe dort als Barkeeper gearbeitet, mir natürlich erstmal einen Job gesucht, was nicht so leicht war und hatte dann einen Nachtclub mit aufgemacht oder so eine Nachtbar war das, Hawk Hunter, und hatte dort, ja, war im Eröffnungsteam und wechselte dann später nochmal in eine andere Bar, in die Monbodus Bar. Ich ging dann nach St. Andrews gearbeitet und das erste Fairmont Hotel. Und dann gab es nach knapp vier Jahren so die Möglichkeit, entweder die Möglichkeit zu haben, in London zu arbeiten, in einer Hotel war Dorchester oder im Hotel für Jahreszeiten in Hamburg. Und ich habe mich dann für Hamburg entschieden und bin seit jeher in Hamburg in der Jahreszeitenbar und mixe dort fleißig Cocktails und schenke gute Spirituosen aus und kümmere mich um unsere Gäste und ja, so bin ich da gelandet.

SPEAKER_03

Sehr cool. Du hast erwähnt, ich meine, da ist ja dann auch, wenn es keine offizielle Ausbildung in Deutschland dazu gibt, aber ich meine, da ist ja schon einiges an theoretischem und praktischem Wissen irgendwie drin, was so zusammenkommt. Wünschst du dir manchmal, dass es da irgendwie eine gewisse, dass es da irgendwie so einen gewissen Standard gäbe? Weil ich meine, es gibt ja irgendwie tausend Bars in jeder Stadt oder ne, also wo es dann auch vielleicht die Abgrenzung zu einer, weiß ich nicht, einer Kneipe und irgendwann ist es eine Bar oder manche mixen irgendwie ein, zwei Standard-Cocktails und manche bezeichnen sich dann als Bar. Also einmal die Frage, so würdest du ganz gerne, dass das klarer definiert ist, um da so einen gewissen Qualitätsstandard auch herzustellen? Und wo ist für dich im Alltag, wenn du irgendwie in eine Bar gehst oder was siehst da draußen? Wo ist dann für dich der Unterschied, dass du das Gefühl hast, okay, da hat sich jemand in ähnlicher Weise mit beschäftigt, wie ich das mal gemacht habe?

SPEAKER_00

Also es gibt in den Ländern weltweit die sogenannte Barkeeper-Unionen. Die Ganzen sind vereinbart unter der IBU, das ist die International Bartenders Union. Die sind recht gut vernetzt. Als ich damals anfing mit dem Cocktailmixen, war das so ein Clubalter älterer Herren, die sich in den 80er Jahren mal zusammengesetzt haben und mal die Cocktailrezepturen für sich standardisiert haben und festlegten, das sind die Rezepturen, nach denen man arbeitet. Da hat sich aber währenddessen dann später, also sprich in Europa, so vor 15, 18 Jahren, fing man dann an. Eine neue Generation hat gesagt: also mit der DBU wollen wir irgendwie nicht so wirklich was zu tun haben, mit der IBU wollen wir auch irgendwie nichts zu tun haben. Wir gucken jetzt selber mal, was es so gibt. Und hat sich da stark auf die Reise begeben und auf die Recherche gegeben und viele Sachen festgestellt, dass die Rezepturen irgendwie gar nicht irgendwie so richtig sind oder dass sie vielleicht nicht ausreichend sind, vielleicht freundlich formuliert. Und es war aber schon in den 80er Jahren in Deutschland die Schumann's Bar gehabt mit Charles Schumann, der das erste deutschsprachige American's Bartender Book geschrieben hat, American Bars Book geschrieben hat. Das hat auch international ziemlich für Aufsehen gesorgt, weil er damals schon irgendwie Gedanken gemacht hat, naja, irgendwie müssen wir mal das mal irgendwie anders zusammenfassen und jetzt nicht über einen Verband. Und war aber auch ein Barbuch gewesen, was ziemlich stark orientiert war zu dem, was kann ich denn in Deutschland eigentlich an Importware überhaupt bekommen? Eine Kiste Limetten, nur als Beispiel, hat man damals in den 80er Jahren nicht unbedingt bekommen. Und da gab es dann, der eine oder andere wird sich vielleicht daran erinnern, wenn man eine Cal Perinha bestellte, gab es da irgendwie so einen braunen Zucker mit irgendwie einer Frucht irgendwie gedrückt da drin, und dann hat man da so einen Lime-Kordel reingekippt zu dem Kaschasser. Und das hat sich inzwischen alles sehr stark geändert. And damit können wir irgendwie ganz anders arbeiten. Und was die Ausbildung angeht, wir bilden tatsächlich als Hotel natürlich auch aus. Wir haben sehr viele junge Menschen, die Ausbildungen zum Koch, zum Köchin machen, die zum Hotel Kaufmann, Hotelkauffrau machen. Restaurant, Fachfrau, Fachmann ist leider sehr stark zurückgegangen, diese Berufszweig. Und die Berufsschulen oder die IHK in Hamburg bietet den Ausbildenden an, dass wenn sie ihren ersten Berufsschulblock sehr gut abgeschlossen haben, können sie sich entscheiden, dass sie den sogenannten Bar-Mixer machen als Schwerpunkt in ihrer Ausbildung und dann auch später die Prüfung ablegen oder ein Managementfach. Und das ist eine ganz schöne Sache. Und da haben wir auch wirklich, ich bin jetzt seit 13,5 Jahren in dem Hotel Vier Jahreshalten, auch wirklich sehr engagierte und prima junge Leute gehabt, die in einer Ausbildung waren und sagten, so, ich mache den Barmixer und das sehr gefruchtet hat. Entweder sind sie dann später zu uns ins Team gekommen oder sie sind dann nach ihrer Ausbildung weggegangen, was dieser Beruf auch mit sich bringt, dass man sagen kann, okay, ich möchte gerne mal in Kanada arbeiten, ich möchte in den Vereinigten Staaten arbeiten, ich möchte in Europa in Ländern arbeiten, vielleicht sogar mal nach Südamerika oder auch mal nach Japan. Und es ist tatsächlich so, wenn man sich weltweit den Markt anschaut und die Bars anschaut. Also schön, dass wir Europa haben, dass wir da früher um die Ecke gucken können und auch dort einfach arbeiten können. Aber es ist wirklich erstaunlich, was so international alles geschieht. Also, wenn ich wollte, könnte ich mich den ganzen Tag nur hinsetzen, irgendwie gucken auf Social Media Kanälen, wer macht wie was und könnte wirklich jeden Tag eine Inspiration hineinziehen und würde kaum hinterherkommen mit dem, was wir hier machen.

SPEAKER_03

Geil. Du hattest Anfang gesagt, du hast dann auch die Rezepturen gelernt und auch das Wort Rezepturen häufiger genannt. Damit zerknüpft so zwei Fragen. Also erstens, wie viele Cocktails könntest du heute aus dem Kopf mixen? Also wie viele Rezepturen hast du im Kopf für Cocktails? Und sind das dann auch immer irgendwie ein Standard, den es dann gibt und sagt dann, wenn man den Cocktail XY richtig mixen möchte, dann muss man eigentlich sich so und so verhalten und diese Schritte machen.

SPEAKER_00

Also die Anzahl von Cocktails, die ich mixen kann, die ich jederzeit abrufen kann, die Zahl kann ich dir nicht nennen. Also das zähle ich nicht. Weil die so astronomisch hoch ist, richtig? Man kann es ein bisschen so vergleichen. Also wir sind ja alle mal zur Schule gegangen, haben Fremdsprachen gelernt und mussten Vokabeln lernen. Und dann waren wir in der Schule und haben diese Vokabeln gelernt und die wurden abgefragt und die haben wir dann je nach Engagement in unseren Fremdsprachenunterricht irgendwie mit eingebaut und verwendet. Und dann haben wir die Schule verlassen, haben eine Lizenz gekriegt, so wir haben jetzt einen Schulabschluss, gehen weiter in die Welt hinein und plötzlich verliert man, man hat diese Vokabeln nicht täglich präsent. Aber die liegen irgendwo und dann gräbt man die so rauf. Und so ähnlich ist es mit Rezepturen auch. Also es war damals unter Thomas Flanz und Peter Kowalci, die legt mir wirklich so ein Stapel hin und haben gesagt, so da hast du jetzt 14 Tage Zeit für die auswendig zu lernen. Was mir geholfen hat, das ein bisschen zu kategorisieren, oder was ich dann irgendwann gemerkt habe: naja, das ist jetzt nicht ähnlich wie Vokabel lernen. Nur man kann das dann plötzlich irgendwie kategorisieren. Also, was sind die Sours, was sind die Fizzes, was sind dann die Collins und so weiter, und so, was sind die Highballs und so weiter und so fort. Und damit fiel das dann leichter, irgendwie auswendig zu lernen. Das heißt also, es ist eine große Zahl von Cocktailrezepturen in meinem Kopf, die da irgendwo liegen und die ich auch regelmäßig abrufe und manche, die klummern da so ganz versteckt irgendwie hinten drin. Da muss ich nochmal einen Moment länger nachdenken, bis ich die raushole. Hinzu kommt auch, wenn man so jetzt als Barkeeperin oder Barkeeper anfängt, man ist jetzt nicht gleich so gerne, dass man möchte. Oder wie du das zum Beispiel, David, bei dem Mietup machst. Ich stehe da, hab die Schürze an, der Shaker steht da und jetzt gebe ich Gummi und hau rein und alles trinkt, was ich hier zubereite. So, wenn man das ernst nimmt oder sagen wir so im Berufsfeld damit aus tue ich.

SPEAKER_02

Will ich nur kurz hier festhalten, ich finde das wirklich sehr ernst.

SPEAKER_03

Ja, aber lass sich trotzdem trotzdem mal einordnen von ihm.

SPEAKER_00

Es ist so, dass man jetzt nicht gleich irgendwie an der Mixstation steht und man brilliert, alles schaut zu und man kriegt die Lorbeeren auf den Kopf gesetzt, sondern man fängt dann irgendwann erstmal so als fängt an im Service, guckt immer so, wie mixen die, wie machen das, ich habe zwar dann irgendwie alles gelernt, aber man fängt dann so Stück für Stück an, sich daran zu arbeiten an die Mix-Stationen. Und das ist das eine. Und dann ist der nächste Schritt, dass man sagt: Ich habe jetzt in dieser einen Bar gearbeitet und ziehe jetzt zur nächsten Bar weiter und lerne von dieser Bar. Also man sieht schon so zu, dass man einen gewissen Werdegang an unterschiedlichen Bars macht und da haben wir das auch sehr stark verknüpft. Die Arbeitsweise, die dann in dieser Bar verlangt wird, habe ich mich so ein bisschen irgendwie unterzuordnen. Also ich kann da jetzt nicht hinkommen und sagen: So, Leute, ich schüttel mit der linken Hand, weil dann schmeckt es besser. Und der Barmänner sagt, nee, wir nehmen aber beide Hände, weil es dann ordentlich geschüttelt wird. Und Rührglas nehmen wir wirklich tatsächlich ein Rührglas und kein Thermoglas, weil das Eis irgendwie besser und sinnvoller schmilzt und du spüren kannst, wie schnell das Getränk runterkühlt. Und da kann man nicht so ein bisschen dagegen sein, yeah, ich weiß es aber besser. Das macht man nicht. Man ist da schon sehr stark ein bisschen in der Hierarchie, muss man sich da einordnen, hat aber darum auch wiederum die Möglichkeit, things to lernen, die vielleicht richtig sind, manchmal auch ein bisschen falsch, aber man lernt es trotzdem. Und so Stück für Stück geht man dann immer weiter und landet dann eines Tages auch wirklich in sehr etablierten Bars und kann dann dort arbeiten und mixen und tun. Also man hat schon so ein bisschen irgendwie so an seiner Biografie zu arbeiten und zu präsentieren.

SPEAKER_03

Würdest du sagen, das ist was ein sehr begehrter Platz dann irgendwie, beispielsweise in einem Hotel? Weil du meintest, Auszubildende mit besonders guten Noten bekommen die Möglichkeit, in die Richtung zu gehen. Vor allem Mixing und Management ist das andere ja. Also das ist ja das Interessante. Genau, also ist das was, was dann viele wollen oder ist es eher so ein Schutz, weil hier sonst hier sich an die Bar stellt, weil er irgendwie denkt, okay, ist eine coole Sache.

SPEAKER_00

Naja, also das ist, es gibt sehr etablierte private Bars, die geführt werden, wie zum Beispiel das Schumanns oder das Gabani in München, was man kennt, die Hildegard-Bar in Berlin, auch einige andere Bars, es sind jetzt wirklich nur so ein paar Namen, die ich nenne, aber es gibt eben dann auch so Hotelbars, die auch attraktiv sind. Im Hotels immer sehr stark hierarchisch organisiert und geführt, und das in allen Bereichen. Und ist es das Ziel, das muss jeder für sich selber entscheiden und wissen. Es kommt eben hinzu, dass man, sobald ja ein Arbeitgeber in einem Arbeitgeberverband ist, hat er Tarifverträge einzuhalten. Und das ist für die Gastronomie immer nicht so ganz unwichtig, wenn man sagt, so ich möchte in der Gastronomie arbeiten. Es ist schon mal wichtig zu gucken, naja, ist er ja eigentlich in der D Hoga drin und damit verpflichtet, irgendwie den Tarifvertrag einzuhalten, der ausgehandelt wurde. Das ist so eine formale Angelegenheit. Es muss jeder selber wissen, wo er dann da hin will, aber es ist jetzt, sag ich mal, nicht verkehrt zu sagen, ich arbeite in einer in einem etablierten Hotel in Deutschland. Oder auch guck, wo es im europäischen Ausland attraktiv ist, in einem Hotel zu arbeiten, fünf Sterne Grand Help. Also wenn ich so an Frankreich denke, da ist zum Beispiel, kann es auch attraktiv sein, dort zu arbeiten, weil die sehr streng genommen sich wirklich an die Tarifverträge halten müssen in Frankreich. Also das sind ja sieben Tagesbetriebe, solche Hotels, und da ist das Frankreich sehr stark geregelt, dass man sagen, also sechs Tage arbeiten ist okay, da muss er wirklich Pause haben und das europäische Recht sagt aber, naja, du hast zehn Tage, darfst am Stück arbeiten, was in Deutschland sehr gerne ausgenutzt wird. Und diese gesetzlichen Drehungen muss man eben so ein bisschen gucken. Aber für mich, ich weiß nicht wirklich, ob ich sagen kann, es war ein Ziel zu sagen, ich muss jetzt im Hotel für Jahresheiten arbeiten oder ich muss in Dorchester arbeiten. Meine Motivation damals, da war ich ein bisschen länger als ein Jahr in Shot an in St. Andrews. Ich wollte schon irgendwie nach drei Monaten, wo ich da unbedingt weg. Ich wollte wirklich weg. Also das war, und die haben mich nicht gelassen. Also und die haben mir wirklich ein böses Spiel gespielt. Ich habe dann mich intern im Savoy beworben in London. So sagten, ja, ja, die Bewerbung läuft, das ist alles kein Problem, wir haben alles gemacht und Dann stellte ich so nach sechs, acht Wochen fest, dass irgendwie nichts passierte und habe dann im Savoy angerufen und gefragt, ob meine Bewerbung auf dem Tisch liegt, so wie sich, man fasst ja so nach, also tut mir leid, dein Name habe ich noch nie gehört, so war von der Personale und so, mhm. Und hab dann intern mal nachgefragt, sag mal, was ist denn da los? Und ja, schon ja, nee, also wissen wir gar nichts von. Also wir haben da eigentlich, also da, und das war für mich ein Grund zu sagen, also wenn man so übel mit mir spielt, dann will ich hier nur noch weg und musste da ziemlich lange dran arbeiten und man hat es dann endgültig dann beschafft, da wegzukommen. Also ja. Oder so, das war so meine Motivation, einfach da, weil man immer übel gespielt hatte damals.

SPEAKER_03

Wenn wir jetzt nochmal so ein bisschen auf den Beruf gucken, der Barkeeperin oder des Barkeepers, es ist ja jetzt nicht nur, dass du mit dem Cocktail-Shaker da stehst und darauf begrenzt darauf begrenzt sich ja dann Dave. Ich wollte gerade sagen, genau. Das ist ja etwas, was viele nicht mitbekommen. Was dann noch alles, genau, nee, aber holen wir uns mal abiert so. Was gehört denn alles noch dazu? Weil es ist ja mit Sicherheit genau nicht nur das in dem Moment hinter der Bar stehen und dann den einen Cocktail mixen. Sondern, ja, was ist vielleicht, vielleicht mal da angefangen, was ist deine offizielle Berufsbezeichnung? Gibt es da noch irgendwie was Spezielles im Hotel?

SPEAKER_00

Also mein, den Titel, den ich trage, der ist tarifvertraglich vereinbart. Der ist Chef de Bar. Die Sprache der Chef de Bar ist die Sprache der Gastronomie und Hotellerie ist Französisch. Deswegen gibt es diese Bezeichnungen Chef de bar. Das klingt jetzt nach ziemlich viel. Ich bin, wenn man es genau betrachtet, in der Rangordnung an vierter Position. Also es gibt einen Beverage Manager und dann gibt es einen Stellvertreter, der halt den Titel Barchef hat. Das sind beides Positionen, die übertariflich ausgehandelt sind. Dann kommt der Bar-Supervisor und dann kommt die Position Chef der Bar. Und das ist die drei Positionen, die ich gerade davor nannte, die sind außertariflich ausgehandelt und dann, das ist so praktisch tarifvertraglich, die letzte Stufe, die man so ein bisschen erreichen kann.

SPEAKER_03

Was gehört alles zu deinem Aufgabenbereich? Und davor kannst du noch ganz schnell, weil es dazu passt, die Frage beantworten, bei den vier Rollen, die du gerade genannt hast, sind die alle nur einzeln besetzt oder gibt es in irgendeiner Ebene mehrere davon?

SPEAKER_00

Das ist bei uns im Haus, sind diese Positionen einzeln besetzt. Chef de Bar sind wir, glaube ich, zwei, zwei, glaube ich, sind wir gerade oder vielleicht auch ein dritter steht, glaube ich, aus. Also das ist so. Das heißt, ja, also die drei Personen sind über mir gegenüber weisungsbefugt. Und wenn ich als Chef de Bar in einer Schicht arbeite und einer der drei Personen ist nicht anwesend, dann bin ich in dem Moment dann weisungsbefugt gegenüber den anderen. Aufgabenbereich fängt an mit Mison Place. Mison Place ist das, was man alles tut, damit die Bar irgendwie, oder auch die Küche oder das Restaurant, damit diese Arbeitsplätze dann auch funktionieren können. Das heißt also, wenn man bei mir jetzt einen Gin fist bestellen würde, dann bin ich so gut vorbereitet, dass ich die euch mixen kann und ich sage, entschuldigen Sie, ich muss jetzt nochmal gerade in den Keller gehen, den Gin hol, der ist mir geradeagen, damit solche Dinge nicht geschehen. Das nennt man Mise en Place. Ich bilde auch, wie es sich gehört, auch Auszubildende aus, die wir immer wieder in der Abteilung haben. Dann gibt es, also ich bin in der Schicht, bin ich dann, wenn keiner dieser Hören neben mir oder mit mir arbeitet in dieser Schicht, bin ich dann sozusagen weisungsbefugt und verantwortlich. Und wenn etwas geschieht, muss ich dann irgendwie auch Protokolle schreiben, wo es ziemlich viel Aufwand ist. Überhaupt irgendwie der ganze Schriftkram. Und wenn man so sagt, die macht diesen Beruf, mixen, Rezepturen lernen, Sensorik viel ausbilden und so weiter und so fort, ist das eine. Ich mag es mal so ein bisschen an dem festhalten, der Charles Schumann, der damals die Schumanns-Par aufgemacht hatte, der hatte zum Beispiel an all seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Einstellungen im Unternehmen, hatte den automatischen Zeitungsabonnement mitgegeben. And jetzt wird man sich fragen, was soll ich mit einem Zeitungsabonnement, wenn ich in der Bar arbeite? Aber dem war einfach wichtig, dass seine Belegschaft täglich informiert ist, was in der Stadt geschieht, was generell geschieht, und um irgendwie die Möglichkeit zu haben, auch mit den Gästen zu kommunizieren. Und also Barkeeping heißt nicht, ich stehe da, mach mal ein paar Cocktails, sondern man soll auch so ein bisschen die Möglichkeit oder hat so ein bisschen die Aufgabe, auch seinen Gästen gegenüber sich darauf einzulassen und ihnen von dem, wenn sie etwas erzählen oder berichten oder man Gespräche führt, dass man so ein bisschen Bescheid, worum es geht und dass man vielleicht auch ein paar Sätze dazu sagen kann. Also das ist, man geht dann jetzt nicht in die wildesten Diskussionen hinein und fängt an zu diskutieren, aber Grundsatzfragen. Das macht man jetzt nicht unbedingt, aber man sollte schon so ein bisschen in der Lage sein, Konversationen zu führen und ja. Und immer schön zurückhaltend. Also der Gast steht im Fokus, man selber nicht.

SPEAKER_03

Das ist okay. Hey, falls du ganz kurz an der Stelle den Tipp mitgeschrieben?

SPEAKER_02

Ja, nein, nein, nein. Achso, nicht im Fokus. Nicht im Fokus. Achso, ja, nee, nee, das hab ich nicht. Aber tatsächlich ist das in dem Leitfaden, den ich geschrieben habe für die Bar, falls das jemand anderes ja mal übernehmen soll, tatsächlich, dass man die Leute auch ins Gespräch verwickeln soll. Und man bereitet irgendwas zu und denkt sich so, hey, das nimmt ja ein bisschen Zeit in Anspruch und dann einfach nochmal tagesaktuelle Themen anbringen oder vielleicht gerade bei uns, was es in den Meetup so ging. Also ist schon wichtig, ein relevanter Anteil.

SPEAKER_00

Naja, David, wenn du den Meetup-Mixer machst, dann sind da wahrscheinlich auch deine Fachkolleginnen und Fachkollegen und dann hast du ja auch als Programmierer neben dem einhändigen Schütteln und dem gleichzeitigen Rühren eines Cocktails.

SPEAKER_02

Ich werf das auch, den Shaker-Werbig in die Luft und lass den dreimal drehen. Das ist wichtig.

SPEAKER_00

Niemals. Das Flare-Tending ist nicht unsere Kragenweite, lieber David. Das macht man nicht. Aber wenig steht.

SPEAKER_02

Der ist auch nur dreimal ausgelaufen.

SPEAKER_00

Also stell mir so vor, wie du das machst, das Schütteln und das Rühren und nebenher über C ⁇ und Binärzahlensysteme in einer Programmiersprache diskutierst. Das ist dann Bartanning. Also da hast du schon mal eine ganze Menge, bringst du dann da mit. Wenn auch ein Gespräch technisch sehr spezifisch. Ja, genau.

SPEAKER_02

Da weiß ich gar nicht, wo wir da anschließen sollen, Dave. Weiter an der fachlichen Expertise. Was mich nämlich interessieren würde, und zwar, also, also ich bin nicht der Einzige, der es macht, sondern da ist meistens ja noch ein Dennis, der mich häufig unterstützt, der mir in nichts nachsteht, würde ich sagen. Also es ist ein äquivalentes Paar, so an der Bar. Es ist ein sehr gutes Team. Und natürlich aber auch Leute, die uns auch helfen, Dinge vorzubereiten. Und da würde mich jetzt gerade mal auch interessieren, Tobi, in so einem großen Hotel, da hast du ja auch ein Team und da muss ja alles sehr stark organisiert sein. Du hast ja gerade dieses Misson Plus oder so beispielsweise genannt. Aber wie ist denn das gesamte Team da so aufgebaut? Also was ist noch so wichtig, so wie man sich da organisiert, um einen Abend möglichst gut zu gestalten?

SPEAKER_00

Also das Team ist acht, neun oder zehn Leute und wir bespielen drei Cocktailbars im Hotel. Und das sind drei unterschiedliche Bars. Die Bar, in der ich hauptsächlich arbeite, das ist die Jahreszeitenbar. Das ist eine reine Cocktailbar, also Cocktail-Spirituosenbar. Und die anderen beiden Bars, die sind eingegliedert in Restaurants. Das heißt, sie haben dann noch die Aufgabe, die guckt die Restaurant sitzen und ebenfalls dann cocktailbegleitende oder essenbegleitende Cocktails zu mixen. Das gilt für uns in der Jahreszeit auch so ein bisschen, weil wir von dieser Jahreszeit aus mixen Cocktails nebenan für die Wohnhalle, also für ein weiteres Outlet, dann gibt es ein Restaurant, die auch nochmal, obwohl sie eine eigene Bar haben, die aber sehr, sehr klein ist, kommen die mal rein und wollen irgendwie bestimmte Spirituosen dann haben. Dann kommt das In-Room Dining auch, weil jemand auf seinem Zimmerchen sagt, ich würde jetzt ganz gerne einen Daikiri irgendwie trinken oder einen Mojito oder irgendwas und sitze oben auf dem fünften Stock auf der Belle Etage auf dem Balkon und schaue auf die Außen, auf die Bindenalster und möchte gerne einen Cocktail trinken. Wir haben auch ein Restaurant, das ist Herlin, das hat im letzten Jahr Christoph seinen dritten Michelarstern bekommen. Die kommen auch regelmäßig zu uns in die Bar und möchten Cocktails haben, die in ihrem drei Michelarstern-Restaurant passend zum Menü serviert werden. Das heißt also, man arbeitet dennoch in einem Hotel übergreifend zu anderen Abteilungen. Und so muss man sich dann eben aufstellen und vorbereiten.

SPEAKER_03

Kennen dann, wenn jetzt, wenn teilweise in anderen Bereichen die Leute unterwegs sind und die Servicekräfte unterwegs sind, in welchem Grad kennen die sich aus? Also wenn, wenn es jetzt da sowieso was Menübegleitendes gibt, das ist wahrscheinlich ja vorher irgendwie definiert oder da gibt es Vorschläge etc. Aber passiert es dann irgendwie auch, dass an dem Tisch einer sagt, ich weiß nicht genau, was ich gerne für einen Drink hätte, und sind dann die Servicekräfte genug ausgebildet, um da beratend zu sein? Oder geht ihr dann aus der Bar auch manchmal zu den Menschen, um sie zu beraten, was sie an Drinks haben wollen?

SPEAKER_00

Das kommt auch vor, dass dann jemand aus diesem besagten Outlets kommt und sagt, Müller, kommen Sie mal mit. Der Gast hat wirklich sehr spezielle Fragen. Und dann, ich bin da in dem Moment, klar mache ich das gerne und stehe den Menschen dann auch zur Verfügung, sie zu beraten. Und nur in meinem Arbeitsablauf passt mir das meistens irgendwie nicht so gut rein, wo ich sage, verdammt der Axt, ich habe ja irgendwie drei Bonks liegen und muss jetzt abarbeiten und jetzt soll ich da fünf Minuten oder für drei Minuten dann nach neben angehen und eine Beratung machen. Das passt gerade nicht, weil wir auch immer sehr stark gemessen werden, wie zügig wir auch Getränke produzieren und wir werden da ja auch mehrfach im Jahr getestet, ohne dass die Tester sich zeigen und dann gibt es eine Bewertung und dann kommt wieder Management und sagt so, also warum haben sie jetzt irgendwie statt den vorgegebenen drei Minuten, haben sie jetzt irgendwie plötzlich zehn Minuten gebraucht, diesen Cocktail zu machen. Da sind sie aber viel zu los, was ist denn da los? Beziehungsweise das geht nicht, da haben wir einen Punkteabzug. Das hat man immer so ein bisschen im Nacken und das ist manchmal auch ziemlich störend, aber ich erwarte natürlich schon, dass Kolleginnen und Kollegen, die am Gast sind in den anderen Orts, dass sie gut Bescheid wissen und ihre Gäste so beraten können, dass sie mit den Informationen zu mir kommen und sage ich, okay, jetzt kriegst du es auch zubereitet und dann passt das. Das hat sich über die letzten Jahre schon verbessert. Das war damals vor 13 Jahren, war das immer so ein bisschen so, nee, nicht so richtig oder ungenügend. Und jetzt haben wir zum Beispiel gerade eine Situation, haben in einem Outlet sind zwei Auszubildende, die einen Abschluss gemacht haben, die sind übernommen worden. Einer davon hatte bei uns in der Bar auch gearbeitet und der andere nicht. Und da kommen schon noch irgendwie Fragen, wie ist es denn? Und ich will den und den Cocktail haben und stehen mit den falschen Gläsern vor mir oder haben was nicht gut aufgenommen. Und bei dem einen bin ich die letzten zwei Wochen mal ein bisschen nöckelig geworden, wo ich sage, verdammte Axt, Sie haben doch hier irgendwie hier drei Monate am Tresen mit dir und sind in der Bar gearbeitet, warum haben sie es denn wieder vergessen? Also, da werde ich dann, das ist aber nur so eine persönliche Art von mir, wo ich dann so mal ein bisschen so foppe und sage: Ihr habt es doch gelernt, jetzt kommt doch mal und warum soll ich diese Frage beantworten? Aber es gibt Kolleginnen und Kollegen, die wissen, welche Fragen sie zu stellen haben in Gästen, wenn sie Getränke bestellen, oder können auch gleich sagen: Nee, das geht leider nicht, müssen wir ausweichen gehen, wir bieten in eine Alternative an. Was ich immer ganz schön finde, ist, dass wenn aus diesem drei Michelin-Sterne-Restaurant von Christoph jemand kommt, dann ist es meistens das Familier. Und mit dem zusammenzuarbeiten, gerade wenn es um die alkoholfreien Cocktails geht, macht mir das große Freude. Also der ist genauso geöffnet für das Alkoholfreie wie meine Wenigkeit. Ich finde das ein sehr, sehr spannendes Thema. Und das funktioniert dann immer sehr gut, beziehungsweise, wenn ich Ihnen dann mal eine fiese Frage stelle, dann sagt er, auch das machst du jetzt schon, wie du willst. Ich werde den Gast das schon irgendwie beibringen, so ungefähr. Die Schuss wart man da natürlich dann auch so ein bisschen. Aber man ist schon sehr, man arbeitet viel mit anderen Abteilungen und viele Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Abteilungen haben das dann nach einer Weile, wissen die, okay, so ticken die Herrschaften in der Jahreszeit mal, wie sie mixen. Ich habe das schon aufgefasst. Ich kann da schon einige Fragen oder viele Fragen am Gast beantworten, um dann so eine Vorarbeit voraussortierend sein und komme dann mit den richtigen Anliegen, dass sie das gut und zügig abarbeiten können dann für uns, ja.

SPEAKER_02

Jetzt haben wir ja sehr viel über das Barkeeping und die Barkeeper gesprochen. Ich würde gerne auf einen anderen Aspekt eingehen, und zwar die Bar selbst. Tobi, du hast es gerade auch schon erwähnt: du arbeitest im Vier-Jahreszeiten-Hotel, das ist ein Fünf-Sterne-Luxus-Hotel. Du hast ja auch gesagt, du hattest eine Station in Berlin, in Schottland war das andere, oder? In UK, Schottland. Genau, und da warst ja in unterschiedlichen Bar. Also ich sag mal, so eine freie Bar durchaus und vs. jetzt auch so eine Hotelbar, eine sehr luxuriöse Hotelbar. Neben diesen Hoteltestern, die du schon erwähnt hast, was würdest du sagen, sind so die großen Unterschiede zwischen diesen beiden Bartypen?

SPEAKER_00

Ich sage es jetzt etwas überspitzt. Die fünf Sterne Grand Hotels können Raritäten ein wenig leichter verkaufen, als es die privaten Bars tun können. Also, wir haben wirklich Raritäten bei uns stehen. Das sind Produkte, die werden teilweise nicht mehr hergestellt. Die sind unglaublich teuer. Sowohl im Einkauf als auch im Verkauf. So ein Fünf-Sterne-Grand-Hotel, wo Gäste aus allen herren Ländern kommen, muss man diesen Menschen so ein bisschen so diese etwas geben, was sie sehen und sagen: Ja, das Produkt kenne ich, das trinke ich jetzt. Bei einer privaten Bar kann man das noch ein bisschen anders sehen und sagen: Naja, ich nehme mir dir die Zeit oder du bist bei mir und ich zeige dir ein Produkt, was du vielleicht noch nicht kennst. Das sind so die ganz groben Unterschiede. Ich will das aber auch den privaten Bars nicht absprechen, dass die auch Raritäten oder Luxusprodukte haben können. Nur wenn ich mir jetzt vorstelle, ich mache eine Nicht-Hotel-Bar, würde ich nicht den ersten Gedanken daran verschwenden, mir einen Single-Mold, der nicht mehr hergestellt wird und uralt ist und unglaublich teuer, als allererstes ins Regal zu stellen. Weil das wird ein Staubfänger. Also bis ich die Flasche Averkauft habe, bin ich pleite gegangen. Also macht es eher Sinn, sich mit seinen Spirituosen und Getränken so hinzustellen, zu sagen, das sind jetzt keine Staubfänger, sondern das sind Dinge, die ich verkaufe. Wenn es mir aber dann auch gelingt, Gäste zu gewinnen, die dieses hochpreisige, exklusive Segment lieben, dann kann ich sagen, ja, dann stelle ich mir dieses Produkt in den Regal und dann verkaufe ich es dir. Und sehe zu, dass ich das in einem Jahr auch wegkriege. Und das fällt bei uns fünf Sterne-Grand-Hotels ein bisschen leichter. Also ja, das sind so diese groben Unterschiede.

SPEAKER_03

Hast du eine grobe Hausnummer, wie viele Flaschen ihr in der Bar habt oder in den Bars habt bei euch?

SPEAKER_02

Unterschiedliche, meinst du, oder? Ja, unterschiedliche.

SPEAKER_00

Wir machen an jeden letzten Tag eines Monats Inventur machen. Das heißt, ich werde nachher, wenn ich gleich um 13 Uhr anfange zu arbeiten, werde ich schon irgendwie anfangen, gewisse Flaschen in die Hand zu nehmen, zu gucken, zu bemessen und aufzuschreiben. Also somit müsste ich eigentlich genau wissen, wie viele Unterschiedliche die Zahl ist. Ich habe aber nie mitgezählt. Es ist aber eine ganze Menge. Also es stehen auch Produkte da. Zum Beispiel in einer privaten Bar würde ich mir jetzt nicht unbedingt ein Aquavit in die Tiefkühltruhe stellen. Mix ich nicht unbedingt, ist jetzt nicht unbedingt ein Mixgetränk. Bei uns als Hotelbar ist es schon so, da kommt dann die Kollegin aus dem Restaurant und sagt, ich brauche mal Linie Aquavit als Digestif für meinen Gast im Restaurant. Damit sind wir schon relativ breit aufgestellt. Also wir haben ein breites und tiefes Sortiment. Wir haben Gin, Wodka, unterschiedliche Rums. Liköre, auch teilweise Liköre, die man, wenn man sich konzeptionell mit einer privaten Bar beschäftigt und sagt, warum soll ich mir das da hinstellen? Diese Sorte Cocktails trinkt keiner mehr. Wir müssen sie so ein bisschen haben, weil da schon irgendwie unterschiedliche Ansprüche kommen und dann müssen wir es bedienen. Schaut man sich den Weinkeller an, den wir haben, dann haben wir in dem Weinkeller, wo alles gelagert wird, 1780 Positionen. Das ist eine Hausnummer. Das ist eine Hausnummer. Und damit haben wir sehr, sehr viel, was wir anbieten, sitzen aber auch regelmäßig da und gucken dann so mal so, naja, also jetzt haben wir, das nennen wir dann die Renner- und Pennerliste. Das heißt, man kann sich dann über ein System rausziehen und gucken, welche Cockpits sind am meisten verkauft worden, welche Spirituose ist am meisten verkauft worden, welche ist am wenigsten verkauft worden. Und dann steht man da schon und sagt so, okay, gut, dann ziehen wir diese Flasche raus und machen das nicht mehr. Also es gab mal, wir sind ja oben im Norden. Dänemark ist nicht weit weg. Und in Dänemark gibt es einen sehr beliebten Kräuterschnaps, der heißt Gammeldansk. Habt ihr den schon mal getrunken? Noch nicht, nein, aber ich mag den Namen nicht. Ja, ich finde den Namen auch toll. Und als ich vor über 13 Jahren anfing, stand da eine Flasche Gammeldansk. Und musste jeden Monat diese Flasche in die Hand nehmen und immer die gleiche Zahlen in die Venturliste aufstellen, weil nie einer die bestellt hat. Und es sind sehr, sehr viele Dänen, die regelmäßig nach Hamburg kommen, ist ja nicht so weit weg und machen sich hier ein verlängertes Wochenende. Und ich habe in diesen 13,5 Jahren ein einziges Mal einen Gast gehabt, der fragte, sagen mal, haben sie eigentlich auch Gammeldanz und der war Däne. Also die Dänen verlassen jetzt nicht unbedingt, was ich auch sympathisch finde, fahren nicht aus Dänemark weg nach Hamburg, um einen Gammeldanz zu trinken. Aber diese Flasche stand acht Jahre lang im Regal und ich musste sie jeden Monat diese acht Jahre lang in die Hand nehmen und bemessen und in die Inventurliste einschreiben. Und ich weiß nicht, entweder haben wir sie weggekippt oder irgendwie irgendwas haben wir mit der Flasche gemacht, da war die weg. Irgendein Trottel hat diese Flasche Gammeldanz nach zwei Monaten, nachdem sie weg war, wiederbestellt.

SPEAKER_02

Nein. Die würde ich jetzt auch noch weitere acht Jahre befolgen.

SPEAKER_00

Ja, aber es ist jetzt seit sechs Jahren gibt es keine Gammeldanzflasche mehr bei uns. Aber das ist so ein bisschen, wo man so ein bisschen erzählen kann oder daran merkt, naja, man hat manchmal Produkte einfach da rumstehen, die einfach nicht gebraucht werden, weil sie einfach keiner verlangt.

SPEAKER_03

Lass uns gerne noch ein bisschen auf die Drinks eingehen.

SPEAKER_02

Ich wollte sagen, wo wir gerade bei der Bar sind. Also ich wollte nur kurz rekapitulieren: so, wir haben also natürlich einen Barkeeper, der exzellent ist, der auch Gespräche mit dir führt. Wir haben richtig gute Cocktails, die auf eine professionelle Art und Weise gemixt werden. Das ist aber ja natürlich nicht alles, was eine Bar ausmacht. Und da natürlich, Tobi, du als Experte, was macht für dich noch eine richtig gute Bar aus?

SPEAKER_00

Wenn es um das Mixen geht, kann ich so viel sagen, dass man natürlich hat man die Rezepturen irgendwie alle gelernt und man weiß, wie viel man von was reintun muss. Das nächste, aber entscheidende ist, dass ich mich sensorisch ausgebildet habe. Das heißt also, ich habe meine fünf, sechs unterschiedlichen Burbons dort stehen und weiß, wie sie schmecken, auch wie sie hergestellt worden sind, mit welchen Materialien und mit weniger oder viel mehr Anteilen meist drin. Und kann über dieses sensorische Wissen, den wir Whisky Sour, den mein Gast vor mir hat, so mixen, dass ich die Rezeptur verlasse, weil ich sensorisch weiß, was der Gast vielleicht will, und treffe dann seinen Geschmack. And that is this regelmäßige Üben oder über viele Jahre hinweg wirklich zu üben und sensorisch daran zu arbeiten, dass ich tatsächlich über mein eigenes Wissen dem Gast gegenüber seinen individuellen Geschmack treffen kann. Das ist das eine. Das Zweite, aber auch ist, dass man, wenn man hinterm Tresen steht, hinter der Bar und wächst, dass man sich sehr zurücknimmt. Also die Gäste stehen im Fokus mit ihren Anliegen, mit ihren Ansprüchen und ich fahre mich runter und nehme mich zurück und stelle mich nicht in den Mittelpunkt, auch wenn sie da alle sitzen und mir unglaublich gerne bei der Arbeit zuschauen, wie ich da schüttel und mache und tue und wie ich rühre und wie ich stampfe und wie ich einschenke und wie ich Dinge messe. Und trotzdem sehe ich zu, dass ich mich zurückhalte. Weil das ist schon Bühne genug und das ist das, woran die gestern Freude haben und dass man dann auch noch die Möglichkeit hat, mit diesen so vielen unterschiedlichen Menschen, mit denen wir tagtäglich zu tun haben, schon in der Lage bin, ihnen ihnen angemessen entgegenzukommen und ja, Ihr Gastgeber zu sein und auf sie einzugehen. Also ich kann nur so ein Beispiel nennen. Ich habe Fußball ist überhaupt nicht mein Thema. Ich kann mit überhaupt nichts anfangen. Komischerweise, alle reden über Fußball und trotzdem probieren, einen Gast, der jetzt von einem enttäuschten Samstagabendspiel in den Nachrichten gehört hat, mein Verein hat verloren, der noch in der Lage bin, mit ihm zu sagen, auch mir ist das schon mehr. Also irgendwie ein Gefühl zu geben, null Ahnung von nichts. Fußball, aber ihm das Gefühl zu geben. Ich höre dich. Beim nächsten Spiel wird es besser, ich höre dich. Und das ist so, das hinzukriegen. Ja. Atmosphärisch natürlich immer darauf zu achten, dass eine gute Atmosphäre da ist. Dass Leute auch in der Lage sind, gut miteinander ins Gespräch zu kommen. Es gibt einen älteren, der weiß nicht, ob der noch aktiv ist, das war der Bernd Bayer, der während der DDR Barkeeper war und gearbeitet hat. Und ich habe ihn dann damals vor 15, 16 Jahren noch kennengelernt. Und der Bernd Bayer war genial. Der hatte wirklich die Fähigkeit, da war da wirklich fantastisch drin, hinterm Tresen zu stehen, zu mixen und die Gäste miteinander, also Gäste unterschiedlicher Couleur, miteinander ins Gespräch zu bekommen. Das hat der fantastisch gekonnt. Und das sind auch so Dinge, die zum Barkeeping dazugehören, dass man sich natürlich das Fachwissen und die Fähigkeiten, einen guten Drink zu machen, aber auch die Fähigkeit zu besitzen, dafür zu sorgen, dass die Menschen, so wie sie dort sind, miteinander und eine gute Zeit verbringen. Und hatte ich vor einigen, letzten, ja, vor zwei Wochen war der Altenberger, ein Kollege, der auch in Berlin und jetzt in Heiligenhafen arbeitet, nochmal irgendwie so ein bisschen Gespräch geführt und wo uns ein bisschen aufgefallen ist, dass die Leute, wenn sie in so einen Ort gehen, der da Ort der Geselligkeit ist, ein Ort der Kommunikation, oder auch mal einfach nur sitzen und schweigen und nichts tun. Wir haben so ein bisschen festgestellt, dass durch diese Mobiltelefone Leute da sitzen, teilweise kommen in die Bar, bestellen Drink und dann dadurch an ihren Telefon rum. Und vergessen so ein bisschen die Möglichkeit zu sehen, wie man miteinander ins Gespräch bekommt. Also bei uns zum Beispiel dabei wird unglaublich gern das Telefon in die Hand gerissen und irgendwie fotografiert, weil, und ich frage mich, also, wo gehen die ganzen Fotos hin? Also, was machen die? Ist mir nicht erklärlich. Und manchmal machen wir auch so den Scherz, wenn da so Paare sitzen oder auch so zwei, drei Leute und dann packen die, kommen als Gruppe rein, bestellen und dann packen ihre Telefone aus und gucken da rum, dann erlaube ich mir aber auch meinen Spruch. Und hau den da einen rein und sag so, das ist aber entzückend. Da gehen sie mal gemeinsam aus, einen trinken und packen Ihre Telefone aus und reden mit Ihren Telefonen. Komisch. Und geh weg und das Gelächter ist groß. Ja, also der Ort, die Bar als Ort der Geselligkeit, des Gesprächs, der guten Atmosphäre, das kann man auch ganz stark über Musik auch irgendwie probieren zu machen. Über Akustik generell in der Gastronomie, was mir stark auffällt, ist wenn ich so in gastronomische Betriebe gehe, egal wo sie sind, dass viele sich Gastronominnen und Gastronomen darauf konzentrieren, was sie irgendwie ihren Gästen anzubieten haben, auf dem Teller, im Getränk, in der Tasse. Und dann sitze ich da und sage so, naja, aber die Akustik ist echt fürchterlich hier. Es klingt einfach schrecklich. Und vor vielen Jahren habe ich da mal einen Artikel gelesen: da gab es einen Typen, der hat eine App programmiert. Als diese ganzen Apps aufkamen, hat er auch diese App programmiert und hat in dieser App Orte bewertet und beschrieben, wie schlecht oder wie gut die Akustik ist. Und es gibt tatsächlich Menschen, die aufgrund von Tinnitus oder aufgrund anderer Einschränkungen oder auch aufgrund ihrer neurologischen Persönlichkeit Schwierigkeiten haben, sich darin dann wohlzufühlen. Und da konnten die Leute dann wirklich in ihren Apps nachgucken, wo ist ein Ort, wo klingt es so gut und für mich eben entsprechend. Ist für mich zum Beispiel auch verdammt wichtig. Wie gut ist eine Akustik? Wie ja, weil das wirklich ein entscheidendes ist für eine gute Atmosphäre.

SPEAKER_03

Ist das so, es gibt ja in den meisten Bars, wenn ich so Fotos richtig gesehen habe, ist das bei euch auch so. Gibt es ja Tische, an denen man sitzen kann und es gibt die tatsächliche Bar, wo ja auch Barhocker sind und man kann sich dann an die Bar setzen. In voller Transparenz können wir vielleicht an der Stelle berichten, Tobias, wir hatten bereits schon mal eine Aufnahme mit dir gemacht, die aus technischen Gründen leider nicht den Weg an die Öffentlichkeit gefunden hat, deswegen wir heute das zweite Mal zusammensitzen und du dir zum zweiten Mal die Zeit nimmst, mit uns zu reden, wo wir dir super dankbar für sind, dass du dir die Zeit nimmst. Dave und ich, die Tatkraft als einer ihrer Stärken haben, waren kurz davor, ins Auto zu steigen und nach Hamburg zu kommen, weil wir gesagt haben, okay, das geben wir nicht nochmal ein, das Risiko, dass die Folge aufgrund von Internetschwierigkeiten nicht richtig aufgenommen wird und dass wir da direkt hingehen. Und aber auch vor, oder nee, kurz nach der Folge, die wir das letzte Mal aufgenommen haben, waren wir beide beruflich in Dresden unterwegs. Und genau, haben uns dann sehr gut an das Gespräch erinnert und waren natürlich dann an zwei hintereinander folgenden Tagen auch in zwei, drei unterschiedlichen Bars. In sehr exzellenten Bars. In zwei sehr exzellenten Bars auch. Ja, stimmt. Stimmt. Genau. Und das hätten wir also ohne den Kontext der Podcast-Folge hätten wir es wahrscheinlich so auch nicht gemacht, aber es war halt, dass wir dann das vorher recherchiert haben. Und wir haben uns, entgegen Daves initialem Gefühl, sich in an einen Tisch zu setzen, haben wir uns an die Bar gesetzt. Und was dann uns zumindest ermöglicht hat, auch mit dem dortigen Barkeeper dann einfach ein bisschen mehr zu reden, was super interessant war, weil man dann auch ein bisschen mehr erfahren hat über die Spiritusen, über den Drink selbst, über die Herstellung und so weiter. Wir haben ein neues Wort gelernt, Mazeration.

SPEAKER_01

Ja.

SPEAKER_03

Sehr interessant. Ja, genau, zum Beispiel. Und darüber spekuliert, was man alles in Wodka hängen kann. Und genau. Also wo komme ich eigentlich her mit meiner Frage? Genau, eigentlich die Frage mal so, genau, ist das, kann man das so kategorisieren? Also sind das oft Leute, die sich dann an die Bar setzen, die auch tatsächlich mehr reden wollen? Oder was ist das für ein Platz? Oder ist das, was für Leute setzen sich an den Tisch und was für Leute setzen sich an die Bar selbst?

SPEAKER_00

Also, ich habe, um diese Frage zu beantworten, habe ich jetzt keine wissenschaftlich-empirische Studie betrieben, um genau das zu beurteilen können, wer setzt sich da an und wer setze ich da nicht hin. Ich habe vor einigen Jahren mal eine wunderbare Frau kennengelernt und natürlich bin ich mit dieser Frau dann ausgegangen und die wollen immer am Tisch sitzen. Und ich war total genervt davon, warum die immer am Tisch sitzen. Ich finde es irgendwie am Tresen ein bisschen netter. Also nicht, weil ich Barkeeper bin, sondern wo ich da auch gerne irgendwie sitze. Ich kann noch nicht mehr erklären, warum. Und irgendwann kriegte ich es dann raus und habe gesagt, oh, da habe ich sie gefragt, sag mal, ich würde jetzt gerne echt mal am Tresen sitzen. Ich habe keine Lust um die jemals am Tisch sitzen. Dann sagt sie, ja, ich setze mich aber nicht an Tresen, weil ich habe so kurze Beine. So, das heißt, also, ihr ging es darum, sich möglichst wohl zu fühlen. Und hat für sich entschieden oder gemerkt, auf dem Bar hocker hocken am Tresen ist nichts für mich. Und für mich, langer Lulatsch, mir in meinen 1,90 Meter, ist das Wurscht. Oder ob ich am Tisch sitze oder am Tresen, aber ich habe das nie bedacht. Und habe auch mal so ein bisschen geguckt: so, wer setze ich eigentlich ganz gerne an Tresen und wer setzt sich gerne an den Tisch. Ja, also es gibt Frauen, wenn sie sagen, ich setze mich an den Tresen, dann werde ich als etwas anderes wahrgenommen, historisch bedingt oder soziologisch bedingt. Deswegen werde ich irgendwie vielleicht vermehrt oder werde von Männern anders betrachtet, deswegen setze ich mich nicht an Tresen. Das geht zum Beispiel für die Jahreszeitenbar in Hamburg. Bei uns ist eine Bar, wir haben ganz, ganz viele Frauen jeglichen Alters, die alleine in die Bar kommen und sich zu uns hinsetzen, weil sie auch wissen, dass wir als Barkeeper kümmern uns um sie im Sinne von wir passen auf, dass sie nicht dumm angequatscht werden. Was auch zum Barkeeper sein dazugehört. Die Thematik ist ja regelmäßig da, wie Männer mit Frauen umgehen, die ja nicht immer die höflichste Form ist. Und bei uns machen sie das. Also, ich habe wirklich ganz oft Damen unterschiedlichen Alters, die setzen sich alleine an Tresen zu Herrn Rucksa und zu Herrn Müller und zu Herrn Bollen an den Tresen, weil sie wissen, ich fühle mich da wohl, die passen auf, hier passiert nichts, ich werde nicht dumm angequatscht und wenn es einer wagt, dann kommt einer dieser drei Männer und geht mal da irgendwie suggestiv zu den Herrschaften hin und sorgt mal dafür, dass sie wieder Ruhe im Karton ist oder überhaupt nichts irgendwie entstehen kann. Häufig ist es aber auch so, dass es Menschen sich gerne an den Tisch setzen, weil sie das auch den Ort sehen in einer Bar, wo sie zu zweit, zu dritt irgendwie als Kuppel sich wohler fühlen und besser miteinander sprechen können. Manche das auch gerne machen, lieber am Tisch zu sitzen, weil sie Dinge zu besprechen haben oder Dinge, über das sie sprechen, nicht möchten, dass sie wahrgenommen werden von den Gastgebern. Wo wir als Gastgeber auch immer deutlich unseren Gästen zeigen, dass das, was wir hören, dass wir das nicht nach außen tragen. Natürlich sitzen auch immer wieder Menschen vor und sagen, ach, sie arbeiten ja hier in so einem tollen Hotel. War die und die und der und der jetzt irgendwie da. Den Fall hatte ich irgendwie vorgestern gehabt. Tatsächlich, da war ein Gast bei uns, ein Stammgast da. Der saß an einem bestimmten Ort, weil er dort sitzen muss, ging wieder raus und dann fingen die an, ja, Herr Müller, wer ist denn das? Wieso? Und das ist doch der und der. Und ich, keine Ahnung, ich kenne ihn nicht. Ich weiß nur, dass er da oben sitzen muss, damit dem nichts passiert. Der hat endlich mal eine Stunde, wo er mal ohne irgendwie Aufpasser sitzen kann oder die ihn beschützen. Der sitzt da einfach. Ich hab keine Ahnung. Und dann finden die da am Tisch irgendwie wild an rum, gut war er auch dem Alkohol vielleicht geschuldet, wild an zu spekulieren, wer das ist. Und stocherten immer wieder bei mir nach und sagten, das ist doch der und der oder das ist der. Ich habe gesagt, keine Ahnung. Also ich weiß nichts. Also wir geben schon. Wusstest du es wirklich nicht oder hast du so getan? Ich habe tatsächlich so getan, ich kenne diesen Gast seit, na, ich würde jetzt indiskret sein, wenn ich sage, wie viele Jahre ich den schon kenne und auch weiß der und auch was in den vergangenen Monaten alles geschehen ist um mich herum in all seiner Schrecklichkeit. Aber wir demonstrieren somit auch den Gästen gegenüber, was immer sie erzählen, also wenn sie da rausgehen, bleibt das hier. Also wir gehen jetzt nicht irgendwie durch die Gegend und erzählen. Und darüber wissen auch viele Gäste, weil sie das mitbekommen. Wissen sie, dass dies hier ein Ort ist, wo sie sich austauschen können und auch Gespräche an Tresen oder an der Bar mitbekomme, die wirklich von intim bis hochdiskret sind. Ich bekomme sie mit. Also wir sagen nichts. Das ist wirklich so. Das muss man seinen Gästen auch immer regelmäßig demonstrieren, wie ich das gerade an diesem Beispiel schilderte schon vor zwei Tagen. Damit bekommen andere Gäste auch mit, ja, die nehmen es wirklich ernst. Und damit wissen sie auch, somit gibt es dann also auch, kann man jetzt sagen, es gibt Menschen, die sitzen ganz bewusst am Tresen, weil sie auch gerne den Menschen dort zuschauen, auch mal einen kurzen Klöhnschnack halten oder mal eine Frage haben. Oder auch das irgendwie schön finden, am Tresen zu sitzen und worüber sie sich auch unterhalten, wissen, dass wir darüber schweigen. Und dann gibt es eben manche Menschen, die sagen, nee, die Gespräche, die ich führen, die wollen wir jetzt wirklich nur unter uns haben. Oder wir wissen zwar, dass sie Schniss halten, die es mitbekommen unterm Tresen, aber wir wollen es dann doch lieber für uns haben. Und manche fühlen sich einfach am Tisch auch irgendwie bequemer zu sitzen als am Tresen. Also das kann man so ein bisschen so kategorisieren, ja, vielleicht.

SPEAKER_03

Das ist jetzt mit dir, Dave. Also du wolltest ja, genau, Dave, du wolltest ja an den Tisch gehen. Jetzt hast du zweimal die Experience gehabt, am Tresen zu sitzen. Genau. Und was ist, was würdest du das das nächste Mal machen?

SPEAKER_02

Und das ist, und das ist genauso mein Ding. Also ich habe es auch, bevor ich es mit dir jetzt zweimal gemacht habe, davor dreimal auch so sonst über, also viele Jahre dann auch mal irgendwie gemacht. Einmal sogar alleine tatsächlich, weil eine Freundin halt da Servicekraft war. Und dann habe ich mir gesagt, okay, komm, ich komm mal zu einer Schicht vorbei. Und ich muss sagen, ich finde es sehr, sehr positiv. Also ich glaube, die einzige Bedingung, die ich daran habe, ist, man ist zu zweit unterwegs, weil ich finde, irgendwie so an der Bar zu dritt zu sitzen, wenn das nicht so um die Ecke ist, immer so komisch. Also wo guckst du hin, damit auch beide das mitbekommen, wenn du in der Mitte sitzt, ist es immer ein bisschen awkward. Aber ich, also die, also die Erlebnis waren immer sehr positiv. Also ich bin mit fremden Leuten ins Gespräch gekommen, also wir jetzt nicht unbedingt. Es ist irgendwie so eine schöne Atmosphäre. Man kommt mit dem Barkeeper ins Gespräch und ich habe sogar tatsächlich schon mal was ausgegeben bekommen aufs Haus vom Barkeeper, wir dann ja auch in der einen Bar. Deswegen, also eigentlich sehr schön, dass sich das dann auch so ergibt. Also von daher würde ich, glaube ich, wenn ich zu zweit unterwegs bin, mich, glaube ich, wieder in die Theke setzen. Tresen. Tresen.

SPEAKER_00

Es gibt auch Gruppen, die sich gemeinsam dorthinstellen, weil dann vielleicht es leichter fällt, weil die zwei stehen und die zwei sitzen, also zwei sitzen, zwei stehen, dass sie untereinander das Gespräch auch irgendwie leichter wechseln können.

SPEAKER_02

Ja.

SPEAKER_00

Also am Tischen ist es ja schon so, dass man dann da sitzt und dann ergeben sich ja manchmal so Gespräche über Kreuz. Und das ist dann unglaublich störend. Und dann gibt es eben Menschen, die sagen, nee, wir sitzen dann als Gruppe auch lieber am Tresen, weil wir dann die Möglichkeit haben, leichter das Gespräch untereinander zu wechseln. Das ist auch ein Grund, warum man ganz gerne am Tresen sitzt als Gruppe. Samstagabend war jemand da, der laden brechen voll, all wirklich wird man zu tun, bisschen geht nicht mehr. Und da saß ein einzelner Herr, saß am Tresen und trank. Und natürlich bietet man an, ins Gespräch, schmeckt es, passt es, ist alles gut. Sind sie zu übernachten, sie bei uns oder wie auch immer so und gemerkt, so alle Fragen höflich freundlich beantworte. Und er saß da wirklich nur und hat seine zwei Cocktails getrunken, saß auch sehr gerade und genoss seine zwei Getränke, hatte keine Lust zu reden, hat auch nicht großartig irgendwie rumgeglotzt und irgendwelchen Leuten irgendwie, ne, also diese Radartierblicke irgendwo hin, gerade zum weiblichen Geschlecht. No way, da saß er und hat einfach seine zwei Getränke in dieser eine Stunde, circa 15 Minuten, saß er und hat die beiden getrunken und hat es genossen. Hat mal nachgefragt, hat es gepasst? War alles zu ihrer Zufriedenheit? Sie möchten ja jetzt zahlen. Ja, passt wunderbar. Wünsche ich noch einen schönen Abend. Ja, vielen Dank für den schönen Abend und ist gegangen. Also der saß wirklich nur da und hat seine zwei Getränke genossen. Gibt's auch. Hochsympathische Menschen, mir.

SPEAKER_03

Sehr gut, cool. So, jetzt müssen wir aber trotzdem noch kurz auf Drinks tun.

SPEAKER_02

Ich wollte sagen, wir müssen über Drinks zu sprechen kommen, ja.

SPEAKER_03

Können wir nicht machen. Also ich glaube, zwei Sachen, die mich da grundsätzlich interessieren, natürlich irgendwo, was so deine persönlichen Lieblinge sind, mit all der Expertise, die du hast. Und vielleicht so ein bisschen auf Trends eingehen, also was so, was sich so in den letzten Jahren irgendwie entwickelt hat, was so aktuell an der Bar so der, wie würdest du sagen, der heiße Shit? Würde Dave sagen, der das Zeug ist, was man braucht aktuell.

SPEAKER_00

Der heiße Shit. Also zielt die Frage ab zu dem, was ich zu Hause habe, um meine Gäste gut bedienen zu können?

SPEAKER_03

Naja, sind unterschiedlich als. Fangen wir mal da an, was trinkst du am liebsten? Also, wenn du irgendwo hingehst an eine Bar, was ist dein Lieblingsgetränk? Fangen wir mal damit an.

SPEAKER_00

Also ich habe, ich trinke jetzt nicht querbeet. Also ich trinke nicht alle Cocktails. Ich habe meine drei, vier Lieblinge, die trinke ich. Leidenschaftlich gerne Groni. Dann gibt es einen wunderbaren Champagner-Cocktail, den ich total gerne trinke. Das ist Seelbach, der ist so von Mitte Ende 19. Jahrhunderts, kommt aus Kalifornien, benannt nach einem Hotel. Seebach. Fantastischer Champagner-Cocktail. Sechs Spritzer Angostura Bitters, drei Peugeot noch oben drauf, Böben, Triple Seck gerührt damit, abgeseit und Champagner oben drauf. Und das ist einer meiner Lieblings-Champagner-Cocktails, die ich trinke. Und die Kolleginnen und Kollegen, wenn ich hier in Hamburg ausgehe, die wissen um mein Trinkverhalten und finden das dann auch mal ganz schön. Und ich trinke auch leidenschaftlich gern alkoholfrei. Finde ich ganz spannend, das ist ein tolles Thema, da bin ich immer offen dafür. Und wenn ich ein Gimlib bestelle, dann wissen alle Kolleginnen und Kollegen, wo ich, in deren Bars ich diesen Drink bestelle. Also wenn er den getrunken hat, und vielleicht noch einen zweiten um Druck, wir müssen ein Taxi bestellen, da kommt es aus nicht mehr nach Hause. Also, das ist für mich der absolute Killer-Drink, aber ich trinke ihn eigentlich so gut wie gar nicht mehr, aber ich finde Gimlet unglaublich toll. Also, das sind so die drei, vier Drinks, die ich ganz gerne nehme. Andere Cocktails trinke ich eigentlich gar nicht. Es sei denn, einer von den Kolleginnen und Kollegen in deinem Tresen sagt, Müller, ich habe wirklich einen Cocktail entwickelt für die neue Karte oder ich habe den und den Cocktail geübt. Probieren Sie den mal und sagen Sie mal, was Sie davon halten. Klar, das tue ich dann schon. Aber ich tue es ansonsten selber eigenständig einen Whisky sauer bestellen, tue ich nicht, weil ich kann selber viel, viel besser und schöner. Mag jetzt auch ein bisschen arrogant klingen, aber ich bin da sehr, sehr empfindlich, wenn bestimmte Klassiker gemacht werden und ich bekomme die dann serviert und weiß um die Ursprungs- und die Herkunft und die Geschichte dieses Cocktails und dann wird er mir nicht richtig gemixt und hingestellt. Dann habe ich keinen Spaß dran. Aber und ich mag dann auch nicht so gerne, irgendwie die Kolleginnen und Kollegen in den anderen Bars sind dann in diese Diskussion einzusteigen. Mag ich nicht so gerne. Weil es auch sehr, sehr schwer ist. Es gibt Cocktailbücher, die natürlich von Ende des 19. Jahrhunderts, die es gibt, sind aber auch alles Bücher, die keine ISBN-Nummer haben, wie wir es von Romanen her kennen. Das heißt, wir können nicht immer graben und es steht auch manchmal nicht wirklich drin, wann sind sie gedruckt worden. Und es sind auch Bücher, da hat es eigentlich damals auch kein Lektorat gegeben. Und es gibt Cocktails, die im Ursprung eigentlich ganz anders waren, and over the 30, 40 years dana early definition, wie sie jetzt getrunken werden. Also we can das Beispiel Sour namen. Whiskey Sour is a category. And whiskey sours and sours is a Zitronensaft. Und Zucker. Ende. Nix anderes dabei. So. Und den Whisky Sour hat man damit so auch gemixt. Und irgendwann gab es dann Möglichkeiten von Kühlungsmöglichkeiten oder bessere Kühlungsmöglichkeiten. Dann hat man angefangen, da mal ein Eiwas reinzumachen und hat dem aber einen anderen Namen gegeben. Der hieß dann Boston Sour. Den hat man aber noch nicht so lange definiert. Also ich glaube, 1936 gab es wirklich endgültig diese Definitionen oder neuen Namen. Nehmen wir den Moskau Mule. In vielen Bars bekommt man den in einem in einem Kupferkelch, Kupfertasse mit Henkel und eine Scheibe Gurke drin. Ist aber eigentlich im Ursprung nichts anderes als ein stinknormales Glas gewesen with viel Eis drin, Schuss Wodka, Schuss Limette und Gingerbeer obendrauf. Scheibe Limette, Ende, sonst nix. Die Kupfertasse kam dadurch zustande, weil es mal die Prohibition gab. Und dann hat man sich da und hat man den natürlich versteckt. Dann gab es irgendwann mal ein Zitrusembargo der Briten, der Deutschen gegenüber den Briten, und die Briten standen im Garten und haben gesagt, naja, jetzt kriegen wir keine Zitrusfrüchte, jetzt müssen wir irgendwas anderes reintun, was frisch ist, haben sie eine Scheibe Gurke genommen, reingetan, gesagt, schmeckt auch frisch. Das heißt also, es gibt Wandlungen, wir bekommen es heute so serviert, die aber eine Entwicklung haben, aber nichts mit dem Ursprung mehr zu tun haben. Und da darf man sich so ein bisschen nicht verrückt machen lassen. Ja, zu den Trends gerade, Espresso Martini rauf und runter. Also damals vor 14 Jahren. Immer noch? Ja, ja, damals vor 14 Jahren war da Espresso Martini in Schottland irgendwie ganz fleißig am Laufen. Ich kam zurück nach Kontinental Europa und sagte, Halleluja, kein Espresso Martini mehr. Und es hat keine vier, fünf Jahre gedauert und der erste bestellte irgendwie ein Espresso Martini. Und ich rannte für jeden dämlichen Espresso Martini. Nebenan in die Wohnhalle habe mir irgendwie ein Espresso gezogen und das Ding dann gemixt und war echt total genervt. Jetzt jeden Abend. Also es gibt Trends. Ja.

SPEAKER_03

Okay. Sehr gut. Ja, das letzte Mal habe ich mich ja schon mit dem Ponster Martini geoutet, dass ich den in letzter Zeit gerne bestellt habe. Den du dann auch zweimal bestellt. Das ist kein vernünftiger Drink ist. Von mir? Ja. Du warst ein Hater von Ponzer Martini.

SPEAKER_00

Nein, nein, nee, ich mag den auch. Ich finde irgendwie, ich finde den Namen beknack, der hat den nämlich im Ursprung einen völlig anderen Namen gehabt, den ich jetzt aber gerade nicht auf dem Kasten habe. Und irgendwie, den hat wohl jemand in den, ich glaube in den End 80er, 90er Jahren, den glaube ich irgendwie jemand mal entwickeln, hat einen anderen Namen gehabt. Und irgendwie kommt er jetzt auf mit einem anderen Namen und es ist reine süße Pappe, die man da drin, finde ich. Und das finde ich klar, diese Cocktails haben auch ihre Berechtigung auf der Karte oder dass sie gemixt werden. Ich verweigere ja den Leuten nicht und sage irgendwie, Ponsa können sie bei mir nicht bestellen. Ich mache ihn den nicht. Natürlich kriegen sie den. Aber ich mache mir dann manchmal schon ein Scherz und lasse mal einen frechen Kommentar los und wo dann gestern wirklich ganz erschrocken angucken und sagen, ja, sie scheinen ihn ja irgendwie gar nicht zu mögen. Sag ich, nö, mag ich auch nicht. Aber sie kriegen ihn trotzdem. Und dann trinken sie den und sagen, Mensch, also so gut wie hier habe ich den noch nirgendwo getrunken.

SPEAKER_02

Also ein bisschen Spaß habe ich dann auch auf der Arbeit, ja, ja. Ich fand das so sehr beschreibend. Ich glaube, in der Aufnahme, die wir jetzt nicht mehr haben, da hast du, glaube ich, gesagt, das schmeckt wie so ein Maracuja-Eis aus den 80ern. Und irgendwie habe ich den probiert und dachte mir, ja, hundertprozentig. Und ich habe diesen Champagner dazu nicht ganz verstanden. Aber das Maracuja-Eis habe ich mega stark rausgeschmeckt. Ja.

SPEAKER_00

Das ist wie so ein Eis aus den 80er Jahren, genau. Nur in Flüssig. Ja, genau. Ja, und zu der Frage, was man so zu Hause haben kann oder haben sollte, wenn man gerne mixt und wenn Freunde zu Besuch ist, nicht so viel hinstellen, das sind alle Staubfänger und lieber ein kleines Sortiment, eine Flasche Dinner, eine Flasche Wodka, vielleicht einen Burban, den man irgendwie stehen hat. Und dann kann man über die anderen Materialien sich dazu selbst gemacht irgendwie dazu machen und zwei, drei Cocktails mixen und anbieten. Das ist, und den weißen Wermut, den man in meinem Dry Martini macht, den kann man dann auch zum Kochen weiterverwenden, bevor er dann endgültig oxidiert. Also sich nicht verrückt machen lassen, kleine Sachen zu Hause stehen haben, das reicht und dich einfach ein bisschen rumprobieren damit.

SPEAKER_03

Ein Kollege hat noch reingeworfen das Stichwort Dirty Sodas und meinte, das wäre im Moment was. Sagt dir das was und ist das wirklich ein Trend? Das war, glaube ich, Jan Gregor.

SPEAKER_00

Ja, Dirty Sodas sagt mir jetzt vom Namen nichts, hat mir jetzt bei mir auch niemand bestellt, was gerade in den letzten halben Jahren wir sehr verstärkt wahrnehmen, die immer mehr verlangt werden, sind die Dirty Martinis. Und das ist schon ein relativer Klassiker. Es gibt Dry Martini, das ist Gin, Wermut, gerührt, abgesehen, Olive rein. Oder auch wahlweise mit Twist oder auch ganz gerne mit Wodka anstelle des Gins. Und die Dirty Martinis haben anstelle des Wermuts, also entweder Wodka oder Gin, tut man dann Olivenlake mit hinein und das rührt oder schüttelt man. Und ich merke so gerade, den Dirty Martini hat man immer schon irgendwie so mal gemacht, das waren so die Experten, also Leute, die sich auskennen, die häufiger in Bath sind, die haben dann gesagt, ich hätte gerne Dirty Martini und dann brauche ich mir Fragen, ja, what got in? Antwort war klar, was kam, wusste ich, die haben es drauf. Und jetzt stelle ich so ein bisschen fest, dass Leute kommen und einen Dirty Martini bestellen. Und wenn ich sie frage, wie sie den haben möchten, gucken sie mich völlig verwundert an. Das heißt, es sind Leute, die haben das irgendwo aufgegriffen, haben es vielleicht mal irgendwie probiert und es für gut gefunden oder haben mitgesagt, mitgeteilt bekommen, also wenn du in die Bar gehst und du bestellst einen Dirty Martini, du kriegst den besten ever. Wir müssen aber die Frage dann nicht zu beantworten, ist auch alles nicht schlimm und nicht böse, aber ich merke so, die Dirty Martinis, die ziehen ganz ordentlich. Dirty Soda kann ich mir eigentlich nur so ein bisschen vorstellen. Also den Namen zufolge. Ich würde dann euch Gäste fragen, was ist für euch ein Dirty Soda? Was ist das? Ich kann mir da eigentlich nur vorstellen, dass man also nicht ein Wodka Lime and Soda bestellt, sondern dass man einen Wodka Olivenlake Soda bestellt. Das ist das, was ich assoziativ mit diesem Namen jetzt in Verbindung bringe. Kann aber heute Abend mal meinen Kollegen fragen. Mal gucken, was der sagt. Was kennst du von Dirty Soda? Schon mal gehört. Kann ich mal nachfragen.

SPEAKER_03

Okay. Ich hab's auch schon wieder komplett vergessen. Jan hatte den Artikel gesehen. Genau, genau. Aber da ging es irgendwie, dass man.

SPEAKER_02

Genau, es geht um Soda, also Soda-Getränke, sowas wie, glaube ich, so Cola Sprite und sowas alles. Und dass man die halt nochmal so zusätzlich dann verziert mit irgendwie so irgendwie hier, wer ist nochmal das aus der Sprühdose? Diese Sahne. Also diese Cream, Whipped Cream, irgendwelche Sirups mit verschiedenen Geschmäckern oder irgendwelche Fruchtsäften und dann halt das zusammen mixen. Das ist, glaube ich, so gerade halt, was halt alkoholfreie, alkoholfreie Cocktails angeht halt von der Trend. Aber da kannst du natürlich auch nochmal einen Schuss Alkohol reinmachen. Aber genau, also Soda-Getränke mit sehr viel Creme und also so ein bisschen sahnig einfach.

SPEAKER_00

Ist jetzt, also habe ich jetzt hier in Hamburg noch nicht wahrgenommen. Also hat noch keiner bestellt.

SPEAKER_02

Ich hoffe, es wird nicht ankommen. Ich hoffe, es wird nicht ankommen.

SPEAKER_00

Ja, das wäre jetzt tatsächlich mal, also wenn. Das werde ich mal mit meinem Rucksack allem mal fragen. Was soll ich das für eine Begrifflichkeit Dirty Soda? Was stellst du dir darunter vor? Hast du schon mal was gehört? Und wenn da jetzt jemand sagt, ja, ich will ein Dirty Soda, und sagt dann, also für mich ist ein Dirty Soda ein Coca-Cola oder so eine Koffein-Limonade mit geschüttelter Sahne obendrauf, dann würden wir uns jetzt aber erstmal besprechen, ob wir das überhaupt dann auch zulassen würden. Also so ein bisschen, es gibt ein paar Sachen, die lassen wir nämlich nicht zu einer Bar und sagen. Also wenn das bestellt wird, nee, gibt es nicht, machen wir nicht. Ein bisschen Stolz hat man dann doch. Das hat nicht unbedingt was mit Stolz zu tun, sondern es hat auch manchmal was mit dem Konzept einer Bar zu tun. Also es gibt, was wir zum Beispiel nicht in unserer Bar machen, ist, wenn da so drei, vier Leute sitzen und sagen, ja, wir möchten jetzt gerne vier Espresso Martini-Shots haben. Und dann sagen wir, tut mir leid, machen wir nicht. Oder sagen, wir möchten gerne Mexikaner haben, das ist doch eine Bloody Mary. Kannst du mal, können Sie doch mal mixen und auf vier Schnapsgläser verteilen und sagen wir, nee, machen wir ihn nicht. Wir machen keine Cocktails als Shots, das machen wir nicht, weil das nicht zum Konzept unserer Bar gehört. Und es gibt hier in Hamburg eine Bar, die heißt Schuck Club. Und die hat nämlich genau das in ihrem Konzept, dass sie sagen: Wir bieten unseren Gästen ein Menü oder ein Getränkemenü an mit Cocktails in kleinen Schottgläsern. Das ist deren Konzept. Perfekt, wunderbar, passt. Aber wir machen es nicht. Wenn ihr es wollt, bitteschön.

SPEAKER_03

Spannend. Lass uns nochmal ganz kurz auf Cocktails ohne Alkohol eingehen. Weil du gesagt hast, das ist zum einen was, was du spannend findest und ist mit Sicherheit auch was, was jetzt vor, keine Ahnung, 30 Jahren noch weniger irgendwie Thema war und auch von daher eine gewisse Aktualität mit sich bringt, auch wenn es jetzt kein Trend von 2026 vielleicht ist. Wie ist da so der Stand der Technik, muss man ja wahrscheinlich auch sagen, oder? Also versucht man sich dann komplett irgendwo in neuen Rezepturen oder ist es, dass man versucht, den Alkohol einfach zu ersetzen und irgendwie ein ähnliches Getränk herzustellen, was sehr ähnlich schmeckt, aber ohne Alkohol? Also, was ist, wie geht ihr damit um oder wie gehst du damit um?

SPEAKER_00

Also das Thema alkoholfrei ist, alkoholfrei Cocktails und Getränke ist schon seit einiger Zeit ein immer mehr aufkommendes Thema und auch Verlangen der Gäste. Und dieser Trend wird sich fortsetzen. Und ich denke, 2026 wird nochmal wirklich ein Schub nach vorne kommen, weil das auch medial immer mehr aufgegriffen wird und beschrieben wird und die Spirituosenindustrie und die Brauereien aber wirklich ganz schön am Schimpfen sind, was deren Umsatzeinbrüche angeht. Und das wird mehr. Das wird immer mehr, wird auch immer wichtiger. Klar, vor zehn Jahren came a collega rein and said, I brauch an Ipanema, ich brauche einen Fruit Punch. That was so the alcoholfreie, what man angeboten had. Ändert sich gerade vollkommen anders. And ich freue mich darüber, dass sich das ändert. Dass man den Leuten nicht nur irgendwie Kruchtsaftmixturen hinstellt, and then trinken die den zweiten davon und dann haben sie nur noch die süße Pappe und keine Lust mehr und verlangen das Wasser, was ich auch wirklich verstehen kann. Ich fand es auch damals als 18-Jähriger Führerschein gehabt, auf dem Land gewohnt, immer mit dem Auto durch die Gegend geguckt, habe keinen Alkohol getrunken, auch nicht irgendwie gemessen, wie viel könnte ich trinken, um Auto fahren, partout einfach keinen Alkohol getrunken und das Angebot auf den Partys war immer schlecht. Apfelschorle, Orangensaft, Wasser, Ende. Nix. So, und fand das damals schon doof und finde es heutzutage umso schöner, umso spannender, die schwierig. Also es gibt eine Entwicklung auf dem Markt, dass Hersteller sagen, wir stellen alkoholfreie Ersatzprodukte her und nennen es dann alkoholfreien Whisky, wir nennen es alkoholfreien Gin, wir nennen es alkoholfrei Weiß der Geier was. Alkoholfreier Wodka haben wir auch schon gefragt, haben sie den gesagt, tut uns leid. Also alkoholfreien Wodka kann man Leitungswasser nehmen, oder? Ja, weil Wodka eigentlich keinen Geschmack hat, außer der LH0, der da drin ist. Die Schwierigkeit bei den alkoholfreien Cocktails ist einfach die, dass der Geschmacksträger Alkohol wegfällt. Ja. Und jetzt etwas zu finden, was einen Geschmack transportieren kann und nicht Zucker is oder Zuckerarm, das ist das unglaublich Schwierige daran. Und da wird es aber auch so ein Gerade so ein Feld. Es gibt in Paris einen ganz tollen Typen. Gear arbeitet in Fine Dining Bereich. I think sogar irgendwie sogar das Familier Michelin Stern restaurants. Had said, Maybe not more. Under widmets very, very stark der alcoholfreien Fermentation and macht Mixturen. And that is wirklich nochmal ein spannendes Thema. Bei uns leider zu wenig. Wir haben nicht wirklich die Zeit, uns ausgiebig damit zu beschäftigen. Ich tue es in meiner freien Zeit. Ich lese ganz gerne dazu. Ich tausche mich mit Kollegen. Es gibt hier eine Kollegin in Hamburg, die arbeitet im Rabbit Hole, die ist studierte Biochemikerin, die hat den Weg in die Bar gefunden und die beschäftigt sich tag ein, tag aus mit Fermentation unterschiedlicher Art. Und sich mit ihr auszutauschen, ist echt spannend und schön. Also es wird ein Trend. Es wird mehr. Und wir müssen uns darum kümmern.

SPEAKER_03

Ja. Ja, nee, absolut. Spannend. Da hat Dave natürlich auch auf seiner Karte hier fürs Meetup. Wohl, da hast du ja ein anderes Konzept. Du versuchst ja schon irgendwie das ähnliche Erlebnis in alkoholfreier.

SPEAKER_02

Deswegen interessant, dass du auch Konzept angesprochen hast, Tobi. Weil unser Konzept dann da an der Stelle ist, sozusagen, egal ob du alkoholfrei trinkst oder nicht, so ihr redet über denselben Cocktail rein geschmacklich. Und das ist so irgendwie das, was wir uns so auf die Fahne schreiben wollen. Deswegen versuchen wir, dass beide sehr nah beieinander sind. Auch wenn du sagst, es ist natürlich eine Schwierigkeit, diesen geschmackstriger Alkohol da immer komplett mit reinzukriegen, aber dass man sagt, so, hey, egal ob ich jetzt mit Alkohol oder ohne Alkohol trinke, wir können uns darüber auch austauschen, wie wir den finden und ein sehr ähnliches Erlebnis haben.

SPEAKER_00

Das ist es auch. Also das ist, ich habe Jahreszeiten angefangen und da kenne ich das noch, wenn so, gerade wenn so Männer irgendwie, zwei, drei Männer irgendwie da waren und dann sagte einer, nö, ich nehme alkoholfrei, dann ist er von den anderen Männern echt irgendwie angeschnauzt worden, was ihm einfällt, alkoholfrei zu trinken. Und da bin ich immer dazwischen gehabt und habe gesagt, Leute, niemand in dieser Bar trinkt gegen seinen Willen Alkohol. Also ich möchte nicht ausschließen, dass sich damals schon irgendwie Gäste, denen ich das so gesagt habe, dass die sich im Nachhinein beschwert haben, mag ich nicht ausschließen. Glücklicherweise hat sich das wirklich zum Positiven geändert und ich muss weniger dahin gehen und sagen, es trinkt hier niemand gegen seinen Willen Alkohol. Weil meine Generation ist eine Elterngeneration und sie haben eine junge Kindergeneration, wo das inzwischen wirklich selbstverständlich ist, noch nicht vollkommen. Aber in der jungen Generation ist es wirklich untereinander akzeptiert, wenn jemand sagt, ich trinke keinen Alkohol, ich mache das nicht, muss ich auch nicht begründen. Und mit dieser älteren habe ich ja jetzt zu tun, wo sie bei ihren Kindern das mitbekommen haben. Das heißt, also es wird immer weniger der Fall, dass ich dazwischen gehen muss, und darüber freue ich mich, dass es acceptiert wird. Was noch so ein bisschen fehlt, ist, wenn wir diesen Dry January haben, wo der Gastronomie 19 Millionen Euro durch die Lappen gehen, weil die Leute keinen Alcohol trinken. Oder auch den Sober October, also zweimal im Jahr diese Monate, in which alcohol getrunken wird. Was ich so ein bisschen festelle, ist die Leute, die these Monate so in Anspruch nehmen, verbinden their Geselligkeit immer mit Alkohol und bleiben dann fern. Also sie sagen, ich trinke keinen Alkohol, Dry January, also gehe ich auch nicht aus. Und das finde ich so ein bisschen schade, weil der Gesichtspunkt der Geselligkeit stark mit Alkohol in Verbindung gebracht wird und ich bin dagegen. Die Geselligkeit ist keine Frage des Alkoholrauschs. Und daran haben wir ganz ordentlich zu arbeiten, die Leute zu ermutigen.

SPEAKER_03

Ja, mich auch. Das haben wir das letzte Mal auch schon gesagt, aber es ist definitiv so, also wenn ich das selbst reflektiere oder so. Es hat auf jeden Fall einen Aspekt davon, wenn man Alkohol trinkt. Also das andere nicht extrem, aber die andere Seite ist ja davon auch, beispielsweise, ich trinke auch alleine keinen Alkohol. Also von daher, deswegen ist es auch für mich so verknüpft halt mit der Geselligkeit, wenn ich halt zu Hause nicht alleine einen Wein öffne oder sowas. Kann man, also kann man genauso in Frage stellen. Ja. Aber ich finde den Gedanken gut, oder beziehungsweise ich, ja, ich glaube, geht auch keinen Weg daran vorbei, da sich ein bisschen zu öffnen und das auch neu zu denken.

SPEAKER_02

Und da gehe ich ja hoffentlich mit einem guten Beispiel voran. Ich weiß nicht, in Dresden. Dresden? Ja, gut. Hast du dich nicht komplett an dein Alkoholverbot erhalten? Aber. Auf der Konferenz selbst zum Beispiel, das stimmt. An der Abendveranstaltung. Bist du gefahren. Ja, bin ich gefahren. Du hast einen fahren lassen. Aber es ist vielleicht, also vielleicht jetzt auch für die Podcast-Folge zu viel und vielleicht auch ein bisschen philosophisch so, aber wir als Säugetiere, sag ich mal, oder als Menschen, haben wir nicht ein Anrecht auf Rausch, so einfach so ein bisschen so Eskapismus, sag ich mal. Einfach so einfach dem Alltag entfliehen und sagen, okay, ich versetze mich jetzt in einen anderen Rauschzustand, sei es jetzt mit Alkohol, sei es aber auch mit anderen Drogen, also wo Alkohol auch eine Droge ist. Also hat man nicht da ein Anrecht drauf oder ist es nicht auch irgendwie was Schönes, das zu machen? Aber sollte kein Thema für diese Folge werden, aber finde ich ist trotzdem etwas, was man, ja, was durchaus ja Berechtigung hat in dieser Diskussion.

SPEAKER_00

Definitiv, also das ist natürlich die Frage: Haben wir nicht ein Anrecht auf Rausch? Und das geht auch nicht darum, dem Menschen seinen Rausch zu verbieten. Es gibt ein wunderbares Buch, was von Jakob Hein, Facharzt für Psychiatrie, neu übersetzt hat und neu herausgebracht hat. Das heißt Drunken Comportment, betragendes Betrinken oder Betrages Betrunken, irgendwie so heißt das Buch. Und das ist eine Studie von zwei Soziologen aus den 60er Jahren, die sich die Frage gestellt haben: Warum ist in dieser weißen, dominierten westlichen Welt bis hin zu Straftaten, die im Rauschzustand, insbesondere in Alkohol, begangen worden sind, warum sind die weniger bestraft worden als ohne im Rausch zu sein? Und haben sich dann unterschiedliche Kulturen angeschaut und geguckt, wie gehen die denn mit Rausch umgehen, and haben festgestellt, dass diese anderen Kulturen, weil es auch teilweise isolierte Kulturen, ein völlig anderes Verständnis von Rausch haben. Ja, also dass der Rausch positiv besetzen is, dass man sich positiv benimmt, dass man sich gut benimmt. And so ein bisschen, ich verkürze das jetzt alles ein bisschen line-mäßig, und haben einfach festgestellt, dass der Rauschzustand und das schlechte und böse, was man tut, eine Frage der Kultiviertheit ist. And we weiß und Westlichen haben es irgendwie nicht, haben tatsächlich, wenn es um Rausch geht, sind wir so ein bisschen verroht. Also wir haben es nicht gut beigebracht bekommen, uns positiv im Rausch zu benehmen und zu verhalten. Weil andere Kulturen, selbst die, die isoliert sind, ein völlig anderes Verständnis von Rausch haben und auch anders erzogen haben. Es ist ein ganz spannendes Buch, das zu lesen. Und das war schon in den Mitt-End 60er Jahren, wusste man das schon. Und heutzutage gehen sogar Gerichte so weit, dass sie sagen: Okay, du hast aufgrund von Alkohol eine Straftat begangen oder hast einen Unfall gebaut mit dem Auto. Das betrachten wir nicht als eine Entschuldigung mehr, sondern wir betrachten das als etwas weiteres Negatives und bewerten dich in deiner Straffälligkeit noch höher, als wenn du es nüchtern gemacht hättest. Und das ist eine Wandlung, die stattfindet, und ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, der Lust hat, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen, auch mit der Begründung: ich habe doch ein Recht auf Rausch. Und ich möchte diesen Rausch auch schleben. Und dieses Buch zu lesen, gibt einem wirklich nochmal Gedanken darüber, dass Rausch eine Frage der Erziehung ist.

SPEAKER_03

Und es vorgelegt sein. Da haben wir sogar so fast noch ein Pick of the Day als Buchempfehlung eingebaut in diese Folge. Sehr gut. Cool, cool. Meine Herren, ich muss in fünf Minuten aufstehen und zur Arbeit gehen. Das ist löblich. Und nee, von daher kommen wir auch gerne zum Ende der Folge. Ich glaube, wir haben einen ganz guten Umfang gehabt. Und vielleicht, Dave? Darf ich es jetzt sagen? Ja. April-April? April-April. Richtig. Genau. Wir werden uns zukünftig nicht nur um das Thema der Bar kümmern. Wir werden es natürlich weiterhin auf unsere Meetups und der Konferenz anbieten.

SPEAKER_02

Irgendwelche Specials wird es bestimmt geben nochmal.

SPEAKER_03

Und irgendwelche Specials wird es hoffentlich auch geben und Tobias, wir hatten auch gesprochen. Vielleicht kriegen wir doch auch da nochmal den Besuch hin und wir machen ein bisschen mit Kameras, die wir mitbringen und sowas und nähern uns nochmal ein bisschen mehr den Drinks in der Bar. Ich hatte Riesenlust darauf. Also ich bin an dieser Stelle.

SPEAKER_00

Ich bin sehr, sehr gespannt, wie diese Folge bei euren Zuhörern und Zuhörern ankommt. Und wenn irgendjemand Lust hat zu schreiben, tut es. Ich bin sehr gespannt, was Leute berichten. Und wenn es Bedarf gibt zu sagen, das irgendwie weiterzumachen oder was Leute schreiben und weiter Interesse haben, ich bin da, machen wir. Und ja, bin wirklich sehr gespannt und sehr offen.

SPEAKER_03

Sehr cool. Sehr cool. Vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für diesen in Anführungsstrichen Spaß und dann aber doch finde ich irgendwie eine sehr wertige Folge, die dabei rausgekommen ist, auf die ich auf jeden Fall hörenswert fand. Und an unsere HörerInnen genau der Hinweis podcast.programmierbar programmier.bar ist die Adresse, an die ihr gerne schreiben könnt. Und wir freuen uns über ganz viel Feedback zu dieser Folge. Tobias, vielen, vielen Dank und hab einen schönen Tag. Viel Spaß an deiner Bar heute.

SPEAKER_00

Dankeschön. Ich freue mich sehr. Bin gespannt, was kommt heute. Und vielen Dank für eure Einladung für diesen Podcast. Hat mir sehr viel Freude bereitet. Alles Gute. Danke. Freut uns zu hören. Danke. Bis dann. Tschüssi.